Ich bin echt unmotiviert und spiele deshalb nicht nur wenig sondern auch ziemlich unkonzentiert. In drei Tagen fliege ich in den Urlaub und habe dadurch genug andere Sachen zu erledigen. Wenn ich dann doch ein bisschen spiele, geht es abwechselnd steil auf- und abwärts:
Was soll's, dieser Monat wird wohl kein großartiger Erfolg mehr werden. Ich lass mich mal überraschen, was die letzten Tage noch so bringen. Nach dem Urlaub bin ich dann bestimmt wieder etwas frischer und motivierter und kann wieder richtig durchstarten.
21.03.2009
Ich hab keine Lust! Ich hab keine Lust!
10.03.2009
Some want to kiss some want to kick you
Oh Mann, ich hab schon wieder so einen Hals! NL100 tiltet mich ohne Ende. Jeder Asi trifft seinen Runner-Runner gegen mich und ich kann nicht mal eine ganz normale Winning-Session spielen. Gestern hatte ich einen Typen am Tisch, der 72/60 gespielt hat mit 40% 3bet. Erst verdreifacht er gegen mein AK und JJ von einem anderen Spieler mit Q5o preflop AI. Sein Stack schwanke quasi im Minutentakt von $150 auf $450 und wieder zurück. Das nächste mal als ich dann mit KJs gegen ihn AI gehe, hat er natürlich AA. Dann bekomme ich AA, raise, werde natürlich ge3bettet, 4bette, er callt. Der Flop ist TJQ, er pusht direkt und ich fistpumpsnapcalle und freue mich, dass ich endlich aufdopple. Am River werden die Karten aufgedeckt und er hat natürlich K9o.
Ich bin natürlich begeistert und fange selber an rumzudonken. Wenig später dopple ich dann tatsächlich auf. Ich habe AK und wieder geht es raise, 3bet, 4bet, call. Der Flop kommt QQ2 mit zwei Spades, ich habe keins, pushe aber trotzdem einfach. Er instacallt die doppelte Potsize-Bet und muckt am River 5s4s als er weder Flush noch ein Pair trifft. Kurz bevor er dann vom Tisch ging, konnte ich noch einen großen Pot mit folgener Hand gegen ihn gewinnen:
Ich raise 88 in MP, er callt diesmal nur, der BB callt auch, wir sind alle mindestens 200BB deep. Der Flop kommt 347r. Ich bette etwas mehr als 1/2 Pot, der Fisch bleibt dabei, der BB foldet. Am Turn kommt eine zweite 7. Er kann durchaus eine haben, aber auch so ziemlich jede andere Hand. Ich c/c also eine Potsize-Bet. Mit einer 2 kommt am River eine weitere Blank, ich checke und er pottet nochmal. Bevor ich calle, weiß ich schon, dass ich ausrasten werde, wenn er mich wieder beat hat und nehme mir deshalb fest vor den Tisch sofort zu velassen, wenn ich die Hand verliere. Die Sorgen sind jedoch unbegründet, nach meinem Call zeigt er Q6o. nh, sir!
07.03.2009
Yes I walk around, somehow
Der März beginnt als Achterbahnfahrt:
A: Monatsanfang, Poker ist easy, ich habe nicht den ganzen Monat Zeit, also werden heute halt mal 12 Tische gespielt -> Oops, jeder hittet gegen mich und ich kann mich nicht konzentrieren.
B: Wieder weniger Tische, ich spiele besser und lucke ein bisschen rum.
C: Juhu, ich hab einen Platz an dem guten NL1k-Tisch, blöd nur, wenn der Fisch mal wieder alles trifft.
D: Einen anderen Fisch mit Flush gestackt, danach $1k mit Overpair gegen Set verloren -> Tilt, preflop AI mit QQ gegen AA, ich floppe eine Q, Zeit die Session zu beenden, mein Glück ist mit Sicherheit aufgebraucht.
E: Neuer Tag, neues Glück! Denkste! Ich verliere einen Coinflip nach dem anderen gegen Shorties und treffe auch sonst kaum gute Hände (Ausnahme: gefloppte Quads, mit denen ich einen halben Stack gewinne). Dann die Rettung: AA preflop AI und ich bin wieder auf dem richtigen Weg. Während der zweiten Session an diesem Tag versuche ich dann u.a. einen Spieler, der einen Royal Flush hält, zu bluffen und stürze folglich wieder ab, kann aber kurz vor Ende der Session noch einen Stack mit einer gefloppten Straight gewinnen.
F: Der dritte Tag startet sehr gut, schnell bin ich $1k up, doch dann passiert das Unglück: NL1k- Tisch, ein Fisch raist auf einem 44J8-Board All-In und ich weiß, dass mein J9 gut ist, aber kriegt am River noch seinen Flush.
G: Danach gehts fast nur noch bergab, ich rutsche noch ins Minus, kann aber kurz vor Ende der Session noch zwei größere Pötte gewinnen.
H: Vierter Tag, Zeit für einen kleinen Upswing. Wichtigste Hand: Ich stacke KJ auf einem J-high Board mit AJ.
I: Zeit für ein bisschen SH, ich verliere schnell zwei Stacks und höre auf, als ich wieder break-even bin.
J: Fünfter Tag, es läuft von Anfang an nicht gut und dann slowrollt mich ein Reg mit Quads. Ich tilte und brauche dringend ne Pause
K: Später am Abend mache ich aus den -$1k wieder ein kleines Plus.
L: Ich versuche einen NL600-Tisch zu starten und spiele deshalb ein bisschen HU. Villain ownt mich quasi ununterbrochen und bevor ich weiß, was passiert ist, habe ich mehr als zwei Stacks verloren.
M: Sechster Tag, ich spiele selten vormittags, aber heute sind zwei NL1k-Tische offen, die einfach zu gut sind um die Gelegenheit auszulassen. Es läuft wunderbar und nach 500 Händen bin ich $2.6k im Plus.
N: Die Nachmittags-Session beginnt schlecht und ich verliere wieder ein paar hundert. Danach gehts ein bisschen auf und ab, bis ich schließlich auf NL400 einen 300BB-Pot preflop AI mit KK gegen AK gewinne.
O: Zum Abschluss des Tages noch ein bisschen NL100, ich stelle mich nicht sehr geschickt an und lasse mich mehrmals von Sets stacken. Ergebnis: 2 Stacks im Minus.
Da soll noch mal jemand behaupten, Poker wäre langweilig.
01.03.2009
I have done it before and I can do it some more
In den letzten Tagen war ich nicht besonders motiviert und habe nur gerade so viel gepokert, dass ich noch Ironman-Status auf FullTilt und Gold-Status auf PokerStars erreiche. Trotzdem habe ich noch ganz gute Gewinne eingefahren, was wohl hauptsächlich daran lag, dass die Karten oft einfach zu meinen Gunsten fielen.
Zum ersten mal habe ich im letzten Monat nicht ein einziges mal auf meine Monatsgewinne geschaut, sondern bis heute damit gewartet. Damit wollte ich verhindern, dass ich mich von den Ergebnissen vorheriger Sessions zu sehr beeinflussen lasse und ich habe den Eindruck, dass das größtenteils geklappt hat. Anhand meines Kontostands konnte ich den Zwischenstand natürlich ungefähr abschätzen, aber da ich zwischendurch ausgecasht und einige Turniere gespielt hatte, war diese Abschätung nicht sehr genau.
Also gut, hier kommen die Zahlen:
Offensichtlich hätte ich am besten nur NL400 gespielt, auf NL1k habe ich einen Cooler nach dem anderen kassiert und auf NL100 habe ich wieder einmal nur herumgedonkt und letzten Endes break-even gespielt. Es wird wohl noch länger dauern, bis ich SH halbwegs beherrsche. Zuerst der Graph von FullTilt:
Man erkennt deutlich den Downswing direkt am Monatsanfang, da habe ich fast alle NL1k-Hände dieses Monats gespielt. Als ich dann fast $5k in den Miesen war, habe ich die NL1k-Shots erst mal sein gelassen und wieder NL400 gegrindet. Offensichtlich mit Erfolg. Mein Pokerstars-Graph ist wesentlich hässlicher:
Ich fürchte ich kann's einfach nicht. Ich weiß wirklich nicht, wie ich es geschafft habe, so viele Stacks zu verlieren, nachdem der Monat so gut angefangen hatte. Außerdem ist es mir heute völlig unbegreiflich, warum ich nicht irgendwann in dem freien Fall ca. bei Hand 6800 einfach die Session abgebrochen habe. So wurde daraus dann der 9-Stacks-Minus-Tag, von dem ich hier berichtet hatte.
Da ich diesen Monat einen großen Teil meiner Hände auf Stars gespielt habe, wird mein Rakeback nicht sonderlich hoch ausfallen, wahrscheinlich knapp über $500, dafür gibt es diesen Monat endlich mal Positives von der Turnierfront zu berichten. Mein Gesamtgewinn wird wohl irgendwo zwischen $7.5k und $8k liegen, ganz genau kann ich das nicht sagen, weil ich mich bei einigen Turnieren mit Ironman-Medals eingekauft habe. Grob geschätzt habe ich insgesamt also $15k gemacht und damit meinen bislang besten Monat gehabt. Das klingt jetzt erstmal toll, aber natürlich ist der Hauptgrund dafür leider der 2. Platz in dem MTT für $9.4k und nicht etwa meine Leistungen an den Cash-Tables.
Was steht jetzt im nächsten Monat an? Ich möchte weiterhin Shots auf NL1k wagen und hoffe, dass ich diesen Monat dort mehr Glück habe. Außerdem werde ich auch weiterhin an den SH-Tischen zu finden sein, diesen Monat hoffentlich ohne Tilt und sonstige Ausfallerscheinungen. Ende März bin ich im Urlaub und habe deshalb nur 3 Wochen Zeit zum Pokern. Besonders viele Hände werde ich in der Zeit also nicht einloggen können, aber ich halte auch nicht mehr viel davon, sich eine bestimmte Anzahl an Händen als Monatsziel zu setzen. Da spiele ich lieber weniger Tische, arbeite an meinem Spiel und verbessere meine Winrate. Ist das jetzt eine weise Einstellung oder bin ich nur neidisch auf Leute, die die Ausdauer und Konzentration für stundenlanges 20-tabling mit einer Winrate >0 haben? Wer weiß...
19.02.2009
But we were great when we were great
Nach langer Pause vom Turnierpoker hatte ich am Wochenende und gestern endlich mal wieder Zeit und Lust MTTs zu spielen. Leider reichen Optimismus und Motivation alleine nicht zum Erfolg, auch die Karten müssen mitspielen und das war mir anfangs überhaupt nicht vergönnt. Gestern abend konnte ich jedoch dann - sozusagen als Ausgleich - meinen mit Abstand größten Turniererfolg feiern.
Die ersten Turniere spielte ich Freitag abend, u.a. das $50k Gtd auf Stars für $109 und ein 6max-MTT auf FullTilt mit einem Buy-In von $75. Ersteres war nach 1,5 Stunden für mich zu Ende, als ich einen Resteal-Move versuchte, nachdem ich zuvor kaum einen nennenswerten Pot gewinnen konnte. In dem 6max-Turnier hatte ich einen Aggrodonk zwei Sitze links von mir, der ständig reraiste und dann auch noch jede Menge Glück hatte - so konnte er z.B. ein PFAI mit K4o gegen QQ gewinnen. Zweimal konnte ich gegen ihn aufdoppeln und hatte einen ausreichenden Stack als sich dann nach 2,5 Stunden folgende Hand ereignete: Ein Bigstack minraist in MP und ich calle dahinter nur mit KK, weil der Maniac in den Blinds sitzt. wie erwartet squeezt er, der Raiser callt und ich pushe meine restlichen Chips in die Mitte. Der Flop ist A67 und ich bin sicher, dass damit mein Ausscheiden unvermeidbar ist. Beide checken jedoch den Flop und auch auf die zweite 7 am Turn und ich beginne wieder zu hoffen. Am River kommt eine Q, die gefällt mir wiederum gar nicht und die Befürchtung berstätigt sich: MP bettet, der Maniac foldet und QQ gewinnt den Riesenpot. Hätten meine Kings hier gehalten, hätte ich fast 100 BB und einen der größten Stacks am Tisch gehabt.
Inzwischen hatte ich noch ein $11-Turnier auf Stars gestartet und war mit KQ gegen AQ schon wieder ausgeschieden. Außerdem war ich kurzfristig auf die Idee gekommen, ich könnte doch ruhig das 6max FTOPS-Event für $216 spielen. Aufgrund meiner fehlenden Erfahrung sowohl in MTTs als auch in 6max-Spielen war das vielleicht nicht die klügste Entscheidung. Trotzdem konnte ich meinen Stack während der ersten 2 Stunden immer weiter ausbauen, dann verlor ich jedoch mehrere kleine bis mittelgroße Pötte kurz hintereinander und war wenig später raus.
Auch im $20-Rebuy auf FullTilt erwischte ich einen guten Start und hatte nach der ersten Pause einen Stack von über 90 BB verlor dann aber mit JJ einen Coinflip gegen AQ undfür ein Drittel meiner Chips. Kurz darauf kam jedoch die Möglichkeit, meinen Stack wieder deutlich zu vergrößern, als ich AA im SB gedealt bekomme. Das Raise vom BTN calle ich nur und der Flop kommt K-high mit FD. Ich c/r seine weake Bet, er pusht und zeigt AK. Optimal gelaufen, wäre da nicht der K am River, der den sicher geglaubten Pot in die falsche Richtung wandern lässt. Wenig später waren auch die letzten beiden Turniere für mich beendet, es klappte einfach nichts.
Den Samstagabend startete ich wieder mit dem 6max Turnier für $75 und erlebte noch nicht mal die erste Pause. Auch das anschließend gestartete $27,5k Gtd für $26 dauerte nicht länger als eine Stunde, nachdem ich mein TPNK gegen einen Villain überspielte, der mir vorher mit 83s einen großen Pot abgenommen hatte. Beim zweiten mal hatte er dann leider keine Trash-Hand, sondern TP mit besserem Kicker.
Es ging - kurz gesagt - nur bergab. Im $80k Gtd auf Stars verlor ich mit KK gegen AQ und im $20-Rebuy auf FullTilt mit AK gegen AT. Ich hatte ihn preflop gereraist und auf einem A44 Flop callte er dann freudig mein All-In. Wieder reichten 3 Outs um mich zu busten, denn er bekam mit einer T am Turn das bessere 2Pair. Das letzte MTT des Abends war das monatlich Ironman Freeroll auf FullTilt. Da ich schon so viel Pech gehabt hatte, erwartete das Schlimmste und wurde nicht enttäuscht. Wieder erreichte ich nicht einmal die erstePause.
Allen Rückschlägen zum Trotz spielte ich gestern wieder Turniere und diesmal sogar ausschließlich Turniere ohne nebenher noch Cashgame-Tische geöffnet zu haben. Wahrscheinlich ist das auch einer der Hauptgründe, warum ich deutlich konzentrierter und zielstrebiger spielte als an den beiden vorigen Tagen. Auch das Ausbleiben von allzu schlimmen Suckouts hielt mich natürlich bei Laune. Wieder spielte ich das $20-Rebuy-Turnier und wieder kam ich nicht sehr weit, kurz vor der zweiten Pause verlor ich mit 99 gegen AQs ein PFAI. Das $80k Gtd auf Stars dauerte für mich in etwa genauso lange. Die meiste Zeit trat ich auf der Stelle was den Chipcount anging, bis ich mir schließlich den falschen Zeitpunkt für einen Resteal mit ATs aussuchte: der Raiser hatte AA. Nicht viel besser erging es mir im $30k Gtd, wo ich kurz nach der Pause shortstacked A3s pushte und nach langem Überlegen von 66 gecallt wurde. Das Board half mir nicht und ich war raus.
Zwei weitere Turniere verlor ich durch mehrere Coinflips doch das störte mich nicht besonders, denn inzwischen galt mein Hauptaugenmerk zwei anderen Turnieren, in denen ich jeweils zu den Bigstacks gehörte, das eine war ein $26-Knockout-Turnier und das andere das $50k Gtd auf FullTilt mit einem Buy-In von $163. Im ersten der beiden konnte ich schon nach 15 Minuten aufdoppeln, als ich einen Haufen Limper mit AK raiste und der BB meinte, mit 22 pushen zu müssen. Zwei Stunden lang passierte nicht viel, doch ich schaffte es, meinen Stack nicht allzu sehr schrumpfen zu lassen. Dann kam folgende Hand: Ich hielt K6o im BB, UTG limpte und alles foldete bis zum SB, der auffüllte. Der Flop war 24Kr, SB checkte und ich entschied mich gegen eine Bet und checkte auch. UTG setzte 3/4 Pot, der SB foldete und ich callte. Am Turn kam noch ein K und auch wenn ich keinen tollen Kicker hatte, musste ich hier wohl broke gehen, vor allem, da UTG nur noch knapp über einer PSB übrig hatte. Ich machte also eine weake 1/4 Pot Bet in der Hoffnung, dass er versuchen würde, mich zu bluffen. Er kam meinem Wunsch nach und meine Trips reichten gegen seine 55. Von da an gehörte ich mit zu den Bigstacks am Tisch und wurde entsprechend aggressiv. Ich bustete mehrere Shorties in kurzen Abständen und hatte bald mehr als doppelt so viele Chips wie der zweitgrößte Stack am Tisch. Leider lief es bald nicht mehr so optimal, ich verlor zwei große Pötte und rannte dann schließlich mit AQ in KK. Resultat: Platz 50 für ca. $80, da wäre mehr drin gewesen.
Nun war es 0:45 und ich war nur noch im $50k Gtd dabei, es sollte aber noch bis kurz nach 3:00 dauern, bevor ich auch mit diesem fertig war. Direkt zu Beginn hatte ich innerhalb von wenigen Händen 600 von meinen 3000 Startchip verloren, doch kurz darauf gewann ich ein PFAI mit JJ gegen AK und war wieder auf Kurs. Kurz darauf bekomme ich AA in EP, raise und zwei Spieler callen. Auf dem A56-Flop bin ich sicher, weit vorne zu liegen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser einem von den anderen beiden geholfen haben könnte und checke nur, beide checken behind. Am Turn kommt eine 7, ich verzichte auf weiteres Sloplay und meine Bet wird von einem der beiden gecallt. Während ich noch überlege, was er wohl haben könnte bringt mir der River mit einer 6 das FullHouse. Wieder bettete ich und nun pushte er auf einmal All-In. Ich calle, bekomme 98o gezeigt und kann mich glücklich schätzen, dass der River das Board gepairt hat.
Nur eine Viertelstunde später dann die nächste Schlüsselhand, die mich unter die Chipleader des Turniers katapultierte. Ich kriege 22 im BB, 5 Spieler limpen und wir sehen einen Traumflop: K2K mit FD. Wieder ist Slowplay angesagt, ich c/c die 1/2 Pot-Bet eines Spielers in EP, leider hat sonst niemand Interesse an dem Pot. Der Turn ist eine offsuit Q, ich checke wieder und er instapottet. Sofort schrillen bei mir die Alarmglocken, kann er wirklich KQ haben? Das ist eigentlich die einzige Hand, die mich schlägt, QQ und KK sind unwahrscheinlich. Aber würde er hier mit den Nuts wirklich so schnell und so groß betten. Andererseits: Würde er einen einzelnen K dermaßen aggressiv spielen? Ihm müsste klar sein, dass keine schlechtere Hand callen kann. Ich kann mir keinen Reim darauf machen. Natürlich weiß ich, dass ich aus der Hand nicht rauskomme und so entschließe ich mich, ihn runterzucallen. Der River kommt: die letzte 2. Gin! Ich spiele fast potsize an und snappe seinen Shove - er zeigt KTo. Kopfschüttelnd frage ich mich, warum ich manchmal Gespenster sehe und meinen Gegenspielern so viel Credit gebe. Ich hätte so dämlich ausgesehen, wenn der River keine 2 gewesen wäre und ich mit dem FullHouse nur c/c gespielt hätte.
Mit meinen 150 BB war ich nun in einer optimalen Position. Ich verlor zwar nach und nach wieder einen Teil davon, doch ein mit 99 gewonnenes 3way-All-In brachte mir diese und noch mehr Chips zurück. Eine halbe Stunde später verteilte ich dann zur Abwechslung mal einen Suckout mit JJ gegen KK. Was für ein gutes Gefühl, nachdem ich in den anderen Turnieren immer nur Suckouts kassiert hatte. Langsam aber sicher baute ich meinen Stack aus, indem ich jede Menge Blinds und Antes stahl. Erst über eine Stunde später kam es wieder zu einem richtig großen Pot mit Showdown. Ich callte ein EP-Raise mit AQ im SB und floppte TPTK auf einem 35Q-Flop mit FD. Der Raiser hatte etwa halb so viele Chips wie ich, daher war es für mich keine Frage, dass ich hier broke gehen würde. Ich c/c seine Flopbet, donkte etwa 1/3 Pot am Turn und callte seinen Push. Keine Hilfe mehr am River für seine JJ und ich kassierte einen weiteren großen Pot ein. Kaum zu glauben, wie oft das klappt, mit weaken Bets einen Bluff zu induzieren.
Eine halbe Stunde später waren nur noch zwei Tische übrig und und ich zweiter in Chips. In einem Blindbattle bustete ich einen weiteren Spieler in einer sehr glücklichen Hand. Er completet den SB, ich raise im BB mit 65o und floppe auf dem 884-Board einen Gutshot. Er checkminraist meine 1/3-Pot-c-Bet und gibt mir damit die Odds zum Callen. Am Turn kommt die erhoffte 7, leider ist auch ein Flush möglich, aber ich glaube das meine Straight gut ist und raise ihn All-In. Er callt mit A8, der River blankt und ich durchbreche die 200k Chips-Grenze.
Es dauerte nicht mehr lange bis zum Final-Table und direkt in der ersten Hand verlor ich eine Menge Chips an den Chipleader mit einem dummen Bluff. Ich rutschte vom 2. auf den 4. Platz ab, konnte aber wenig später mit AKs gegen TT verdoppeln. Mit nur noch 7 Spielern am Tisch doppelte ich einen der Smallstacks auf, weil dieser mich geschickt mit AA getrappt hatte und war auf einmal nur noch an 6. Position. Direkt in der nächsten Hand bekam ich TT und instapushte, leider nahm mir niemand ab, dass ich auf Tilt wäre und ich gewann nur die Blinds.
Zwei weitere Spieler wurden eliminiert und ich hatte nun mit Abstand den kleinsten Stack. Die Chance zum Verdoppeln bot sich, als ich AK am BTN bekam und der CO pushte. Ich betete nur, dass er ein schlechteres A hätte und callte All-In. Tatsächlich zeigt er A7s, der Turn bringt einen FD, noch einmal ist Zittern angesagt, aber der River blankt und ich verdopple. Jeder Sprung in den Auszahlungen war zu diesem Zeitpunkt mindestens $1k und niemand wollte leichtfertig seine Chance auf einen größeren Gewinn verspielen. Dies machte sich der Chipleader natürlich zunutze und übte jede Menge Druck auf die kleineren Stacks aus. Irgendwie schaffte ich es, noch zwei weitere Spieler zu überleben und hatte dann das Glück auf meiner Seite, als ich mit QT gegen AK gewann und den drittletzten Spieler vom Tisch nahm.
Ins HU ging ich mit 480k gegen die 730k des Chipleaders. Leider dauerte es nur 5 Hände: in den ersten 4 verlor ich kleine Pötte und in der letzten war ich All-In mit AK auf einem A23-Flop gegen den Combodraw meines Gegners. Mit einer 5 am Turn traf er seinen Gutshot und entschied damit das Turnier für sich. Für den zweiten Platz kassierte ich $9.4k, mit Abstand mein größter MTT-Cash wie bereits oben erwähnt. Schade, dass es nicht für den ersten Platz gereicht hat, der wäre über $15k wert gewesen, aber wahrscheinlich hatte ich mein Glück in diesem Turnier schon genug strapaziert. Deshalb freue ich mich auch mehr darüber, dass es das ganze Turnier so gut für mich lief, anstatt mich über die letzte Hand zu ärgern. Auf jeden Fall macht dieses Ergebnis Lust auf mehr, mal sehen, vielleicht gibt es hier demnächst öfter was über Tournaments zu lesen. :-)
18.02.2009
Now I'm a believer
"Wenn du denkst es geht nichts mehr,
kommt von irgendwo ein Donk daher."
Erst doppelt er dich auf und dann geht er mehr als 200BB deep mit dem J-high Flush broke. Nett von ihm, oder?
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HAND #1
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Full Tilt Poker, $2/$4 NL Hold'em Cash Game, 9 Players
LeggoPoker.com - Hand History Converter
UTG+1: $351.40
UTG+2: $69.90
MP1: $410
Hero (MP2): $445
CO: $416.50
BTN: $400
SB: $1,596.15
BB: $412.50
UTG: $437.10
Pre-Flop: 7 7
dealt to Hero (MP2)
4 folds, Hero raises to $16, 2 folds, SB calls $14, BB folds
Flop: ($36) 5 3
7
(2 Players)
SB bets $36, Hero calls $36
Turn: ($108) 8 (2 Players)
SB bets $108, Hero raises to $216, SB raises to $756, Hero calls $177 and is All-In
River: ($894) 7 (2 Players - 1 is All-In)
Results: $894 Pot ($3 Rake)
Hero showed 7 7
(four of a kind, Sevens) and WON $891 (+$446 NET)
SB showed 8 5
(two pair, Eights and Sevens) and LOST (-$445 NET)
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HAND #2
------------------
Full Tilt Poker, $2/$4 NL Hold'em Cash Game, 9 Players
LeggoPoker.com - Hand History Converter
UTG+2: $532.40
MP1: $80
MP2: $400
Hero (CO): $899.90
BTN: $410.50
SB: $430
BB: $1,141.15
UTG: $412
UTG+1: $425.10
Pre-Flop: A 5
dealt to Hero (CO)
5 folds, Hero raises to $14, 2 folds, BB calls $10
Flop: ($30) 4 2
8
(2 Players)
BB bets $20, Hero calls $20
Turn: ($70) 6 (2 Players)
BB bets $70, Hero raises to $240, BB calls $170
River: ($550) Q (2 Players)
BB bets $400, Hero raises to $625.90 and is All-In, BB calls $225.90
Results: $1,801.80 Pot ($3 Rake)
Hero showed A 5
(a flush, Ace high) and WON $1,798.80 (+$898.90 NET)
BB mucked T J
(a flush, Jack high) and LOST (-$899.90 NET)
16.02.2009
Lass es schwimmen in Benzin
Eine kleine NL100-Session von heute morgen. Eigentlich habe ich nur wegen der 25-Billion-Hand-Aktion gespielt, aber während des Wartens auf die Milestone-Hand bekam ich echt gute Karten. Geholfen hat es leider nichts. AA verliert im 3bet-Pot gegen 76s, KK gegen QJs, nochmal KK gegen QQ am River. TPTK mit AK reicht auch nicht, wenn jemand mit MP runtercallt und am River 2Pair macht. Auch ein Set Vierer reichte nicht zum Gewinnen. Ich traf mit K24r einen Traumflop, die Q am Turn war auch noch gut, aber als ich dann mit der 3 am River All-In ging, bekam ich 65s gezeigt.
Ein Vollpfosten hat ganz besonders von mir profitiert. Er machte zwar teilweise riesige Bets und Raises und überspielte seine Hände gnadenlos, aber gegen mich war ihm der Sieg jedesmal sicher. Erst zieht er sich den Flush mit T6s gegen mein Set, später flopt er 2Pair gegen mein TPGK und als ich dann endlich mal Trips kriege, hat er gleich das FullHouse.
Ich glaube Stars hasst mich.
12.02.2009
What's wrong with a little destruction?
Schon wieder eine Woche ohne Update, viel gibt es aber auch nicht zu berichten. Die einzige NL1k Session verlief schlecht (Set over Set), danach bin ich konsequent geblieben und habe hauptsächlich NL400 gegrindet. Das Ergebnis ist beachtlich: $4.5k in 5k Händen. Ich spiele meistens mein A-Game, erwische gute Tische, gute Karten und werde auch noch ausbezahlt. Beispiel:
Full Tilt Poker, $2/$4 NL Hold'em Cash Game, 9 Players
LeggoPoker.com - Hand History Converter
Hero (MP1): $401.90
MP2: $223.20
CO: $787.60
BTN: $1,367.50
SB: $219.40
BB: $994.30
UTG: $806
UTG+1: $666
UTG+2: $419.50
Pre-Flop: J J
dealt to Hero (MP1)
3 folds, Hero raises to $16, 2 folds, BTN calls $16, 2 folds
Flop: ($38) 2 J
4
(2 Players)
Hero bets $23, BTN calls $23
Turn: ($84) J (2 Players)
Hero bets $52, BTN calls $52
River: ($188) 3 (2 Players)
Hero bets $141, BTN calls $141
Results: $470 Pot ($3 Rake)
Hero showed J J
(four of a kind, Jacks) and WON $467 (+$235 NET)
BTN mucked A K
(a pair of Jacks) and LOST (-$232 NET)
Ich frag lieber nicht, was er da gedacht hat. Leider läuft nicht alles perfekt, gestern habe ich z.B. einen Missclick gemacht, der mich mehr als $600 gekostet hat. Ich wollte in MP mit ATs auf $14 raisen, tippte aber $154 ein. Ein Reg im BB pushte und ich callte 150BB deep preflop AI mit ATs. Einerseits waren die Pot-Odds nicht so schlecht und andererseits ging ich davon aus, dass er hier ziemlich viele Hände pushen könnte, weil ich mich offensichtlich vertippt hatte und fast immer folden müsste. Leider hatte er KK, da musste er natürlich nicht lange überlegen, ob er meinen Fehler ausnutzt.
Trotz dieses Rückschlags beendete ich die Session noch gut im Plus. Nicht so viel Glück hatte ich in meiner NL100-Session auf Stars. Nachdem ich in den Tagen davor wiederholt üble Beats bekommen hatte (Beispiel: Donk pusht 55 auf T-high Flop, ich snapcalle mit KK, Turn 5), begann die Session richtig gut, ich gewann mehrere große Pötte und war zwischenzweitlich 4 Stacks up. Kurz darauf begann jedoch der Absturz. Erst callte ich im Blindbattle mit TP runter und bekam ein Set gezeigt und wenig später verlor ich zwei Stacks an einem Tisch mit einem 90/20-Donk, der mit mehr als 7 Stacks dort saß.
1. Hand: Ich raise AK UTG, 3 Caller, der Fisch min3bettet. Ich 4bette auf $21 und nur er callt. Der Flop kommt 668, er donkt $14 in den $50-Pot und ich pushe. Nach langem Überlegen callt er mit Q7s und trifft am River die 7.
Kurz darauf verliert der Fisch einen $800-Pot gegen den zweitgrößten Deppen am Tisch verloren, nachdem er ihn mit J5 ge4bettet hat. Depp Nr.2 callt$40 preflop mit 22, callt die c-bet auf einem J-high Board und kriegt am Turn das Set. Unglaublich!
2. Hand: Depp Nr.2 raist in EP und wird von dem Vollpfosten wieder ge3bettet. Da er das mit any two macht, genügt mir A2s zum Pushen. Leider hält der ursprüngliche Raiser KK, stackt den Donk, der mit 65s ebenfalls All-In gecallt hat und sitzt anschließend mit über $1k am Tisch. Der Riesenfisch ist broke und verlässt den Tisch, ich bin wieder runter auf $0 und schließe frustriert den Tisch.
Insgesamt bin ich allerdings immer noch ein paar Stacks im Plus auf NL100, vielleicht kann ich ja diesen Monat Gewinn verbuchen. Als Ausgleich für den Downswing im letzten Monat hääte ich es durchaus verdient. ;-)
04.02.2009
If I could escape
Was im Januar noch so gut lief, verkehrt sich jetzt genau ins Gegenteil. Auf NL1k bin ich fast 3,5 Stacks down in nur 350 Händen. Dabei habe ich gar nicht so viele große Pötte verloren, eher viele mittlere. Gestern war es dann aber so weit, ich konnte gegen einen Fisch mein Geld als klarer Favorit in die Mitte kriegen, aber seht selbst:
Full Tilt Poker, $5/$10 NL Hold'em Cash Game, 8 Players
LeggoPoker.com - Hand History Converter
UTG+1: $931
Hero (MP1): $1,000
MP2: $822
CO: $1,025
BTN: $662.35
SB: $2,407.75
BB: $1,152
UTG: $1,000
Pre-Flop: K A
dealt to Hero (MP1)
UTG folds, UTG+1 calls $10, Hero raises to $50, 5 folds, UTG+1 calls $40
Flop: ($115) K 9
7
(2 Players)
UTG+1 checks, Hero bets $95, UTG+1 raises to $240, Hero raises to $570, UTG+1 raises to $881 and is All-In, Hero calls $311
Turn: ($1,877) 7 (2 Players - 1 is All-In)
River: ($1,877) T (2 Players - 1 is All-In)
Results: $1,877 Pot ($3 Rake)
UTG+1 showed Q J
(a straight, King high) and WON $1,874 (+$943 NET)
Hero showed K A
(two pair, Kings and Sevens) and LOST (-$931 NET)
"Interessant gespielt" kann man da wohl nur sagen. Erwartungsgemäß verließ er dann 5 min später den Tisch und da er der einzige Grund war, warum ich am Tisch saß, hatte ich keine Gelegenheit mehr, mein Geld zurückzugewinnen.
Die schmerzhaftesten Verluste hatte ich allerdings auf NL600, fast alles gegen den gleichen Aggrodonk. In der ersten Hand 3bettete er mich mit 86s, flopte einen Double-Gutter und zog sich die Straight am River gegen mein Overpair. Wenig später schlug er meinen Flush 200BB deep mit einem FH.
Insgesamt bin ich jetzt in 3 Tagen $3.4k down, wenn das mal kein schöner Start in den Februar ist.
